Portrait Susanne Krämer
Die ideale Besetzung
Susanne Krämer arbeitet seit August für die cts-Kitas im Modellprojekt „Schwerpunkt-Kitas Sprache und Integration“
„Das sollte einfach so sein!“ Zu diesem erfreulichen Schluss kommen alle Beteiligten, wenn sie davon sprechen, dass Susanne Krämer, 22 Jahre jung, seit 01. Juli für die Caritas Kindertagesstätten in Saarbrücken arbeitet. Als ihre Initiativbewerbung bei der cts eintrudelte, engagierte die Direktorin des Geschäftsbereichs Alten- und Jugendhilfe, Dagmar Scherer, sie vom Fleck weg. Tatsächlich ist es so, dass deren Bachelor-Studium der Frühpädagogik im Bereich Sprachförderung und Bewegung geradezu perfekt auf die Stelle passt, die die cts dringend besetzen wollte: Im März 2011 kam der Zuwendungsbescheid des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Die drei cts-Kitas hatten die Zusage für die Offensive Frühe Chancen – Schwerpunkt-Kitas Sprache und Integration bekommen:
Bis zum Jahr 2014 stellt der Bund rund 400 Millionen Euro zur Verfügung, um bis zu 4.000 Einrichtungen – insbesondere in sozialen Brennpunkten – zu „Schwerpunkt-Kitas Sprache und Integration“ auszubauen. Jeder beteiligten Einrichtung wird aus Bundesmitteln ein Budget für zusätzlich einzustellendes Fachpersonal zur Verfügung gestellt. Dies schafft den Spielraum, in jeder Kita eine Stelle einer zur Sprachförderung qualifizierten, angemessen vergüteten Fachkraft zu schaffen. In den Schwerpunkt-Kitas wird aus den Bundesmitteln somit die Fachkraft-Kind-Relation verbessert und eine zusätzliche Sprachförderung als Einzel- oder Gruppenangebot mit Einbindung der Eltern ermöglicht.
Die drei cts-Kitas gehören dazu und Susanne Krämer – da sind sich alle einig, auch die Leiterinnen der Modellprojekt-Kitas, Agnes Johann und Carina Meusel – ist die ideale Besetzung für diese Stelle. Ihren Arbeitsalltag plant die junge Pädagogin in zwei Teilen: einer umfasst die konkrete Arbeit mit den Kindern, die Begegnung, die spielerischen Tests. Der zweite Teil beinhaltet zum einen die Datenanalyse – also die Auswertung der Videos ihrer Begegnungen mit den Kindern, um sich ein Bild von deren Aussprache, ihrem Wortschatz und ihrem Sprachverständnis machen zu können. Zum andern werden die individuellen sprachlichen Entwicklungsverläufe dokumentiert und die anschließende Förderung auf ebendieser Grundlage begleitet. Ihr Ziel ist es, die Kinder zu fördern, die Schwierigkeiten haben – das Bundesprogramm richtet sich in erster Linie an Kinder aus Familien mit Migrations- oder mit einem sozial schwierigen Hintergrund.
Sprachförderung ist laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend der Schlüssel zu Bildungsaufstieg und Integration. Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass ein Kind die für sein Alter angemessene Sprachkompetenz besitzt. Viele von ihnen, gerade in benachteiligten Sozialräumen hätten hier Schwächen, die sie ihr Leben lang begleiten und ihren weiteren Bildungsweg erschweren. Deshalb müssten insbesondere diese Kinder die Chance erhalten, möglichst früh sprachlich durch qualifizierte Fachkräfte gefördert zu werden, damit sie bereits vor der Einschulung über die erforderlichen Sprachkenntnisse verfügen. „Das Programm Frühe Chancen richtet sich an Unter-Dreijährige“, ergänzt Susanne Krämer, „also an Krippenkinder. Je früher der Spracherwerb unterstützt wird, desto einfacher haben sie es später.“
Da es nun aber in den cts-Kitas altersgemischte Gruppen gibt, werden nicht nur die ganz Kleinen von Susanne Krämers Arbeit profitieren, sondern alle – und damit sind auch ihre Kolleginnen und Kollegen gemeint, die sie gerne nachhaltig für das Thema „Sprache“ sensibilisieren möchte. Dazu ist unter anderem für Mitte November ein erster „pädagogischer Tag“ in Planung. Einbezogen werden selbstverständlich auch die Eltern – „ sie sind die wichtigsten Vorbilder für Ihr Kind und sprechen ja auch zu Hause mit ihm. Deshalb ist es mindestens ebenso wichtig, die Eltern mit ins Boot zu nehmen.“ Ein erster Eltern-Info-Termin ist für August geplant.
Eins ist sicher: Susanne Krämer wird es in den cts-Kitas nicht langweilig werden – und sie selbst kann es kaum erwarten, nach dem Umzug aus ihrem Studienort Karlsruhe zurück in ihre Heimat endlich an Ort und Stelle loszulegen. Wir freuen uns, dass sie hier ist, sagen ihr ein herzliches Willkommen und wünschen ihr gutes Gelingen und Gottes Segen.
Text: Renate Iffland


